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Andreas Endters, President & CEO von Division Paper: Einblick in die Papierherstellung der Zukunft

Eine frische, fokussierte Perspektive

Wie können Papierhersteller angesichts der heutigen Herausforderungen, Möglichkeiten und Bedrohungen ihren Erfolg in der Zukunft sichern? Andreas Endters, CEO von Division Paper, beschreibt seine Sicht der Dinge.






Herr Endters, Sie sind 1995 bei Division Paper eingetreten und 2017 zum CEO berufen worden. Sie sind ganz klar im Herzen ein echter Voithianer. Wie fühlen Sie sich mit Ihrer neuen Aufgabe?
Division Paper zu leiten – einen wichtigen Lieferanten und bewährten Partner der Papierbranche und integralen Bestandteil von Voith – ist eine große Verantwortung, die ich mit einem echten Gefühl des Respekts annehme. Wir verfügen über hochkompetente und motivierte Mitarbeiter, hervorragende Produkte und Services, eine einzigartige globale Präsenz und langfristige Kundenbeziehungen. Das ist eine großartige Grundlage, um unser Geschäft auszubauen und unsere Leistung und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Ich bin schon sehr gespannt darauf, diese Möglichkeiten zusammen mit meinem Team und unseren Kunden zu erkunden.


Ich nehme die Verantwortung mit einem echten Gefühl des Respekts an.
Andreas Endters, President & CEO, Division Paper



Welche Pläne haben Sie konkret?

Wir alle bei Division Paper arbeiten mit größter Anstrengung, um sicherzustellen, dass unsere Kunden mit unseren Produkten und Services maximalen Mehrwert erhalten. Durch die Entwicklung innovativer Prozesse, Produkte und Services oder durch die Kombination und Ausrichtung bestehender Produkte und Services. So bieten wir zum Beispiel mit Papermaking 4.0 smarte vernetzte Lösungen, welche den Prozess der Papierherstellung effizienter und stabiler machen. Im Wesentlichen arbeiten wir dafür, den Weg unserer Kunden zu erleichtern und komfortabler zu gestalten. Dies erreichen wir, indem wir Prozesse neu entwerfen oder digitalisieren, wie wir es mit unserem Division Paper Webshop getan haben. Alles was wir tun, dient dazu einen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen.

Welche entscheidenden Trends treiben die Innovation in der Papierherstellung voran?
Die Knappheit an Recyclingfasern und die abnehmende Qualität von Altpapier sind gegenwärtig wichtige Themen für unsere Kunden. Unsere innovativen BlueLine Stoffaufbereitungssysteme und XcelLine Papiermaschinen helfen unseren Kunden dabei, diese Herausforderungen zu bewältigen. Sie gehen mit einem höheren Schmutzanteil um, reduzieren Faserverluste und können Papiereigenschaften bei geringerem Flächengewicht gewährleisten. Darüber hinaus unterliegen unsere Kunden einem ständigen Kostendruck. Indem wir die Effizienz des Papierherstellungsprozesses erhöhen, tragen wir dazu bei, ihre Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Geringerer Energie- und Wasserverbrauch unterstützen nicht nur die Kostenseite, sondern auch die wahre Nachhaltigkeit von Papier als umweltfreundliches Produkt. Und schließlich sind unsere Kunden auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern und Talenten. Mit smarten vernetzten Lösungen wie Papermaking 4.0, modernsten Trainingsprogrammen und Unterstützung durch Experten für Papierherstellung können wir unseren Kunden auch bei diesen Fragen unterstützen. 








Andreas Endters diskutiert die Megatrends in der Papierindustrie: Vom Recycling von Altpapier bis zum Ersatz von Kunststoff.

Und speziell in der Tissuebranche?
Der Trend bei Tissue ist verbesserte Produktqualität bei minimalem Flächengewicht, kombiniert mit einer Reduzierung des Energieaufwandes. Wir haben hervorragende Produkte in diesem Bereich, und wir investieren kontinuierlich in F&E, um dies weiter auszubauen. Unsere Kunden- und Marktprognose zeigt, dass ein zunehmender Teil von Tissueprodukten online verkauft wird, wodurch die Markendifferenzierung gefährdet und der Kostendruck erhöht wird. Das Geschäft mit Tissuemaschinen wird immer wichtiger für uns, weshalb wir unsere Aktivitäten in diesem Bereich noch weiter verstärken. In den letzten 24 Monaten haben wir über 20 XcelLine Tissuemaschinen in den verschiedensten Regionen verkauft. Wir können auf einige sehr erfolgreiche, rekordträchtige Inbetriebnahmen zurückblicken. 

Gibt es Wachstumsmöglichkeiten?
Unser klares Ziel besteht darin, unsere Produkte zur Prozessverbesserung und unsere Wartungs- und Technikservices auszubauen, die dazu beitragen, dass unsere Kunden sich auf den Papierherstellungsprozess konzentrieren können. Wir erweitern unsere Servicepräsenz, um diese Services in der Nähe unserer Kunden bereitzustellen. Wir verfügen über hervorragende Produkte für alle Papiersorten bei Papiermaschinenbespannungen und Walzenbezügen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Mit Papermaking 4.0 haben wir die große Möglichkeit, den Papierherstellungsprozess effizienter und stabiler zu machen, und dies bietet enormes Wachstumspotenzial für Voith als Ganzes. Gegenwärtig sehe ich eine große Chance, Papier zu einem wahrhaft grünen Produkt für Verpackungs- und Kartonagenanwendungen weiterzuentwickeln, welche dank des E-Commerce einen Boom erleben. Da Papier auf erneuerbaren Fasern basiert und tatsächlich biologisch abbaubar ist, besitzt es großes Potenzial, Kunststoffe zu ersetzen. Wie bereits erwähnt müssen jedoch Frischfasern und auch Recyclingfasern in vernünftiger Qualität zu einem wirtschaftlichen Preis verfügbar sein, um diesen Austausch zu ermöglichen. Dank unserer BlueLine-Stoffaufbereitungstechnologie können wir Recyclingfasern bei minimalem Faserverlust auf kostengünstige Weise bereitstellen.


Sind die Papierhersteller offen für die Möglichkeiten der Digitalisierung?
Aufgrund des Drucks, dem unsere Kunden unterliegen, stehen sie dem Gedanken, die Digitalisierung als Möglichkeit zur Reduzierung ihrer Betriebskosten einzusetzen, sehr aufgeschlossen gegenüber. Sie sehen darin aber auch einen Weg, mit dem Verlust an Talenten und Fähigkeiten umzugehen, eine wachsende Sorge, da ein steigender Anteil erfahrener Mitarbeiter in den Ruhestand gehen wird. In jedem Fall sind die Möglichkeiten und Herausforderungen sehr unterschiedlich, aber insgesamt sind unsere Kunden ganz klar offen für Innovation. Daher haben wir vertrauensvolle Partnerschaften mit Kunden auf der ganzen Welt aufgebaut, um sie bei der Erschließung sämtlicher Vorteile von Papermaking 4.0 zu unterstützen.

Und Voith? Sie sind in der gesamten Branche als Pionier der herkömmlichen Papierherstellung bekannt und respektiert. Gilt das auch weiterhin bei der digitalen Revolution?
Durch die Weiterentwicklung unseres Produkt- und Service-Portfolios, um „4.0 ready“ zu werden, und mit der Aufstellung der Voith Digital Solutions Group Division haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um die digitale Revolution aktiv zu gestalten. Durch die Digitalisierung unserer internen Prozesse und durch die Steigerung der Effizienz des Papierherstellungsprozesses mit Papermaking 4.0 heben wir unsere Kunden auf die nächste Leistungsstufe. Wenn Kunden heute zum Beispiel eine neue XcelLine Papiermaschine kaufen, können sie ihre neue Maschine mithilfe virtueller Realität ausprobieren und virtuell sogar wirklich damit arbeiten. In Zukunft werden Schulungen mittels virtueller Realität in der Maschine durchgeführt werden. Die damit verbundene Kosten- und Zeitersparnis ist enorm. Wenn man sich den Möglichkeiten verschließt, die die Digitalisierung bietet, verschenkt man sein Potenzial und wird langfristig nicht mehr wettbewerbsfähig sein.

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